Hund im Backofen

HundeHitze 004Endlich ist er da der Sommer. Mit Temperaturen bis 36 Grad und mehr ist er für Fellträger nicht unbedingt immer ein Vergnügen. Das gilt umso mehr bei langhaarigen Hunden. Nicht jeder kann es sich wie Bijou am Teich gemütlich machen. Daher wird immer wieder vor langen Spaziergängen in großer Sommerhitze gewarnt und empfohlen, sie in die Abend- und Morgenstunden zu verlegen.

Laut Tasso gab es auch in den letzten Wochen wieder zahlreiche Meldungen, die von qualvoll verstorbenen Hunden in überhitzten Autos berichten. Offensichtlich gibt es immer noch Zeitgenossen, die nicht, dass das Auto bereits bei mittleren Temperaturen schnell zur Hitze-Falle werden können. „Ein Hund gehört ab 20 Grad Celsius nicht in ein verschlossenes Fahrzeug“, warnt Philip McCreight, Leiter der Tierschutzorganisation TASSO e.V. „Leider glauben viele Leute immer noch, dass ein wenige Zentimeter geöffnetes Fenster oder ein Parkplatz im Schatten ausreichend sind, um dem Hund genügend Abkühlung zu verschaffen.“

Ein Trugschluss, denn das Autoinnere kann sich bei steigenden Temperaturen schnell auf über 50 Grad Celsius aufheizen. Wenige Minuten reichen dann schon aus, um einen Hund in eine lebensbedrohliche Situation zu bringen. Im Gegensatz zu Menschen schwitzen Hunde nicht, sondern regulieren ihren Wärmehaushalt durch das Aufnehmen von Flüssigkeit. Wenn ein Tier diese Möglichkeit nicht hat, steigt die Körpertemperatur an und es kommt zu einem Hitzschlag, weil lebenswichtige Organe nicht mehr ausreichend durchblutet werden.

Erste Anzeichen eines Hitzschlages sind Unruhe, eine weit herausgestreckte Zunge, Taumeln und Erschöpfung. Im fortgeschrittenen Stadium kann er zu einem Schockzustand, Bewusstlosigkeit und nicht selten sogar zum Tod führen. „Die wichtigste Maßnahme ist, das Tier zunächst in den Schatten zu bringen und vorsichtig mit nasskalten Tüchern für mindestens 30 Minuten abzukühlen. Beginnen Sie an den Pfoten über die Beine, das Hinterteil, über den Rücken bis zum Nacken, oder kühlen Sie mit feuchten Umschlägen. Das Wichtigste ist hierbei eine langsame Abkühlung. Keinesfalls darf das Tier mit eiskaltem Wasser übergossen werden. Danach muss zeitnah der Transport in einem gekühlten Auto zum Tierarzt erfolgen“, gibt die Tierärztin Dr. Anette Fach Tipps zur ersten Hilfe.

Um noch mehr Vierbeiner vor einem grausamen Tod im Auto zu schützen, hat TASSO vor einigen Jahren die Kampagne „Hund im Backofen“ ins Leben gerufen. Tierfreunde können den Verein aktiv unterstützen, indem sie das kostenlose Aufklärungsmaterial anfordern und dieses an andere Hundefreunde verteilen. Somit können noch mehr Menschen die Gefahren erkennen und entsprechend handeln: http://www.tasso.net.

Wühltischwelpen – ein neues Gesetz macht es schwerer

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Endlich hat die Bundesregierung etwas gegen den illegalen Welpenhandel unternommen. Noch im Dezember ist wieder ein Transporter voller Hunde im vom Bund gegen Missbrauch der Tiere (bmt) betriebenen Dellbrücker Tierheim gelandet. Die Tiere waren bei einer Polizeikontrolle in einem bulgarischen Transporter entdeckt worden. Der sollte sie von Rumänien aus nach Holland bringen.

Laut der Polizei hatten die drei Tiere weder Pässe noch Microchips und sprangen alle frei im Auto herum. Lediglich drei Welpen lagen in einer Schüssel. Die drei Hündinnen mit Welpen verschiedenen Alters sowie die erwachsenen Tiere hatten die fünftätige Tour teilweise in einem extrem schlechten Zustand überstanden. Sie wiesen Hautinfektionen, Parasitenbefall und Bissverletzungen an Pfoten und Schnauze auf. Ein sehr kleiner Welpe musste an eine Infusion gelegt werden, er war unterernährt und hat zwei eitrige Abszesse wie die Pressesprecherin des Tierheims berichtete. Im Gegensatz zu einer Schäferhund-Mischlingshündin kam er jedoch durch. Die Hündin war hinten komplett gelähmt und der Tierarzt entdeckte eine Kugel in ihrer Wirbelsäule. Sie musste daher eingeschläfert werden.

Nun hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt endlich Zeichen im Kampf gegen den illegalen Welpenhandel gesetzt. Eine seit dem 31. Dezember geltende Verordnung untersagt es Privatpersonen, Welpen ohne Tollwutimpfung nach Deutschland zu bringen. Das erschwert auch illegalen Welpenhändlern, Jungtiere einzuführen, wie die Tierschutzorganisation TASSO mitteilt. Die Welpen können erst nach der 15. Lebenswoche nach Deutschland gebracht werden. Zwischen der ab sofort unerlässlichen Tollwutimpfung und der Ausfuhr der Tiere müssen mindestens drei Wochen liegen. Eine Impfung des Hundes vor der 12. Lebenswoche ist indes nicht erlaubt.

Besonders mit Blick auf den Welpenhandel, gegen den TASSO federführend bereits seit 2010 gemeinsam mit dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) und anderen Partnern in der Arbeitsgemeinschaft Welpenhandel mit Aufklärungskampagnen vorgeht, wirkt sich die neue Verordnung positiv auf die Tiere aus, denn die Welpenhändler führen die Hunde laut Tasso zumeist als Privatpersonen nach Deutschland ein, um Formalien wie beispielsweise die Tollwutimpfung zu umgehen. Trotzdem rät der Verein: „Für Tierfreunde bleibt, die Faustregel zu beachten, dass Tiere, die eklatant jünger als vier Monate sind, entweder illegal nach Deutschland gebracht worden sein oder von einem unseriösen Züchter stammen können.“

s.a.: http://www.inga-spruenken.de/?p=925

Wenn Hundeseelen weinen

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Wie Menschen leiden auch Hunde an Krankheiten, deren Ursachen seelisch sind. Der Verlust eines Rudelmitgliedes oder Rudelführers durch Trennung oder Tod ist eins der Dramen im Leben eines Vierbeiners. Und bekanntlich kann Stress zu Erkrankungen oder körperlichen Symptomen führen. Evolutionsgeschichtlich eigentlich etwas Nützliches, ist Stress eine Anpassungsreaktion des Körpers. Unterschieden wird positiver Stress (Eustress) und negativer Stress (Disstress). Während der erste beflügeln kann, wirkt der zweite sich auf Dauer als Krankmacher aus. Bei beiden jedoch wird der Körper in einen Aktivitätszustand versetzt, um beispielsweise zu kämpfen oder zu flüchten.

Es kommt zu einem Anstieg von Cortisol aus der Nebennierenrinde, was eine Erhöhung des Blutglucosespiegels durch den Abbau von Muskulatur und Umwandlung in Zucker nach sich zieht. So reagiert der Körper sowohl vom Immunsystem her, als auch vom gesamten Stoffwechsel verlangsamt. Bemerkbar macht sich das beim Menschen oftmals durch gehäufte Infekte, der Körper wird insgesamt schlechter entgiftet und der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt. Dadurch werden die Zellen schlechter versorgt. Leber und Niere sind durch den verlangsamten Stoffwechsel mehr belastet, weil sie mehr Abbauprodukte entsorgen müssen. Das kann sich in Allergien oder Störungen im Magen-Darm Trakt führen.

Letzteres hatte Emile, denn er und Bijou hatten Stress durch die Trennung von meinem Lebensgefährten. War ihnen zunächst nichts anzumerken, stellte sich bei Emile nach einiger Zeit ein hartnäckiger Durchfall ein. Da er ein eher zurückhaltender und schüchterner Hund ist, bestand das Drama für mich darin, dass er sich nicht meldet, wenn er nachts raus musste. So hatte ich jeden Morgen ein bis zwei Durchfall-Haufen zu beseitigen. Der Weg zum Tierarzt war unausweichlich und der vermutete nach der Untersuchung eine psychosomatische Erkrankung und verschrieb das homöopathische Mittel Nux Vomica. Das wirkt zum einen auf den Magen-Darm-Trakt und zum anderen soll es der Seele helfen. Eine Paste, die die Darmwand abdichten sollte, kam hinzu. Emile erhielt nun besondere Zuwendung von mir. Vermehrte Schmuseeinheiten, Spiele, Spaziergänge.

Als auch das nicht wirklich half, veranlasste ich eine Stuhlprobe. Die ergab drei Spulwurmeier und drei Giardieneier. Das war zumindest mal ein kleiner Grund, auch wenn es eigentlich nicht so dramatisch war, um einen solchen starken Durchfall hervorzurufen. Eine fünftägige Wurmkur brachte immer noch nicht wirklich Abhilfe. Ich versuchte es schließlich mit Kohletabletten, die wenn ich sie gab, den nächtlichen Durchfall verhinderten, aber wenn er sie nicht bekam, war das Unglück wieder da. Schließlich habe ich es mit Perenterol versucht und auch der zeitliche Ablauf arbeitete ja für mich. Jetzt ist soweit alles wieder gut und Emile hat sich wohl auch mit der Situation abgefunden.

Auch Bijou zeigte körperliche Symptome. Sie hatte extremen Haarausfall. Das hat sich eigentlich immer, wenn sie Stress hat. Aber auch hier hat der zeitliche Ablauf und viel Zuwendung Verbesserung gebracht. Die Trennung ist jetzt zwei Monate her und die Zwei kommen damit zurecht, dass wir jetzt nur noch zu Dritt sind. Sie kommen zwar nicht mehr ins Schlafzimmer, um neben dem Bett auf dem Fell zu schlafen, aber ich denke, das wird sich vielleicht auch wieder ändern. Und wenn er zu Besuch kommt, machen sie immer einen Riesenaufstand. Dann ist Emile anschließend immer wieder ein bisschen verstört. Eigentlich wollten wir das so handhaben, dass die Hunde auch mal bei ihm bleiben, Emile ist schließlich sein Hund. Ob und wie das klappen wird, wird die Zeit zeigen. Und die heilt nun mal alle Wunden – bei Tier und Mensch…

Toleranz für Sex mit Hunden?

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Es ist unglaublich, aber leider traurige Realität, es gibt Menschen, die ihre Hunde für ihre sexuellen Bedürfnisse mißbrauchen. Wie der Deutsche Tierschutzbund mitteilt, rechtfertigte ein Mann in einem öffentlich-rechtlichen Radiosender im Umfeld der aktuellen ARD-Themenwoche “Toleranz” seine sexuelle Beziehung zu seinem Hund.

„Ein öffentlich-rechtlicher Sender fordert Toleranz für Sodomie? Da bleibt einem die Luft weg“, empört sich Simone Schröder, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft zum Schutz des Hundes (DGSH) zu diesem öffentlichen Geständnis. „Tausende Menschen traumatisieren Tiere tagtäglich durch sexuelle Handlungen. Diese Tiere verenden oft jämmerlich. Nur der Mensch profitiert und nennt das dann Liebe. Es ist eine absolute Unverschämtheit, dass dieses Thema jetzt auch noch eine öffentlich-rechtliche Bühne erhält und sogar noch Toleranz verlangt”, so Schröder weiter, die über die DGSH aktiv dagegen vorgeht, menschliche Bedürfnisse auf dem Rücken von Tieren auszutragen.

„Öffentliche Erklärungen zoophiler Empfindungen bedeutet, diese zu verharmlosen und stellen damit ein großes Problem dar. Hunde wollen keinen Sex, sie wollen sich fortpflanzen. Wir hatten im Zuge der Arbeit für unsere Organisation schon viel zu oft mit durch Sodomie schwer traumatisierten, schwer verletzten und gebrochenen Hunden zu tun. Nicht umsonst gibt es seit Sommer 2013 endlich eine Änderung des Tierschutzgesetzes, über das sexuelle Handlungen an Tieren zumindest mit einem Bußgeld belegt werden können”, erklärt Schröder. Hunde seien auf Harmonie und Bindung zum Menschen programmiert. Selbst ein Hund der geprügelt werde, lecke doch immer wieder die Hand, die ihn schlage. Genauso ertrage er stumm und unterwürfig sexuelle Übergriffe vom Menschen und erleide dabei physische und psychische Schäden, so die Tierschützerin weiter.

Die DSGH ist eine Plattform, die hilft, Hunde zu schützen und ihr Leben zu verbessern. Zu den Hilfsprojekten zählt auch Aufklärungs- und Kampagnenarbeit zur Verhinderung von Misshandlungen und Missbrauch wie Zoophilie und Sodomie sowie die medizinische Versorgung und die Vermittlung von Tierheim- und Straßenhunden aus dem In- und Ausland und Kastrationen zur Populationsverringerung im Ausland. Die DGSH wurde 2014 für ihr vorbildliches Engagement mit dem Dogs Award als beste Tierschutzorganisation ausgezeichnet. http://www.dgsh.de

St. Martin für Hunde

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Gespenstisch ging es im Wald der Iddelsfelder Hardt zu. Ein leuchtender, nicht enden wollender Lindwurm zog sich durch die Dunkelheit rund um eine riesige Wiese am Waldrand. Murmelnde Stimmen waren zu hören, hier und da Kindergelache, ein Käuzchen, aber sonst nichts. Kein Bellen und Knurren, kein Jaulen und Jammern. Das verwundert umso mehr, wenn man bedenkt, dass hier an die zweihundert Hunde mit ihren Herrchen und Frauchen in einem Laternenzug unterwegs waren. Ausgestattet mit „Blinkis“, wie die Leuchthalsbänder heißen, waren die Hunde, während ihre Besitzer Laternen und Fackeln vor sich hertrugen. Nicht fehlen durften dabei auch Emile und Bijou, die ganz aufgeregt überall schnupperten.

Knapp eine Stunde dauerte der Spuk, bei dem es entgegen sonstiger Laternenumzüge zu St. Martin keine Musik gab. Dann waren alle wieder am Ausgangspunkt angelangt. Dort warteten nicht nur zwei Feuertonnen in der Mitte eines von Bänken umrundeten Platzes auf die Teilnehmer, sondern auch Stände mit St. Martinslaternen, Glühwein und Weckmännern. Das Tierheim Dellbrück hatte zu seinem zehnten Laternenlauf mit Hunden eingeladen und die Resonanz überraschte.

Nachdem die Veranstaltung im vergangenen Jahr im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen war, wie Sylvia Hemmerling berichtete, passten jetzt Temperaturen und Witterung. „Ich glaube, wir hatten noch nie so viele Teilnehmer“, freute sich die Pressesprecherin des Tierheims. 250 Menschen noch fast so viele Hunde hatten teilgenommen. „Es sind viele ehemalige Tierheiminsassen dabei, aber auch andere. Die Veranstaltung hat sich im Laufe der Jahre herumgesprochen“, erzählte sie und fügte an, dass aber nur wenige der aktuell 150 Tierheim-Hunde teilnahmen, weil es für sie zu stressig ist.

Begonnen hatte alles vor zehn Jahren, als der bmt (Bund gegen Missbrauch der Tiere) als Tierheim-Betreiber die Idee von einem damals in der Südstadt durchgeführten Laternenzug mit Hunden übernahm. „Das hat als ganz kleine Veranstaltung für unsere Tierheim-Hunde und Ehemaligen begonnen“, sagte Hemmerling. Aber im Gegensatz zu der einmaligen Südstadt-Veranstaltung setzte sich der Dellbrücker Laternenlauf durch. Getreu dem Motto „Hunde laufen für Hunde” kommt der Erlös jedes Mal den Tieren zu Gute.

Gegen eine Spende von neun Euro erhielt jeder Teilnehmer eine Laterne, ein Blinklicht für den Hund, einen Weckmann und einen Glühwein. Von den 2.200 Euro, die das Tierheim insgesamt einnahm, blieb abzüglich der Kosten für Speis und Trank – die Blinkis wurden von dem Versicherungsmakler Markus Belli gesponsert – ein Gewinn von 1.720 Euro übrig, wie Hemmerling stolz erzählte.

Tierdrama im Westerwald – Hunde die keiner will

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Es war am Dienstag vor zwei Wochen, als ich bei meinem (Ex-)Freund im Westerwald zu Besuch war. Vier Hunde liefen über die Wiese und kamen angerannt, als sie Emile und Bijou erblickten. Ein Cocker Spaniel, eine weiterer kleinerer Hund und zwei größere liefen auf das Grundstück und machten sich gleich über die Näpfchen von Emile und Bijou her. Sie waren sehr freundlich und neugierig, aber stanken entsetzlich. Auch eine Nachbarin hatte die Tiere entdeckt und kam herbei, um zu erfahren, wem sie gehörten. Es liefen noch weitere Hunde herum, meinte sie.

Und tatsächlich: ein Golden Retriever und ein weiterer Hund liefen Richtung viel befahrener Bundesstraße. Wir riefen die Polizei. Die wiederum zeigte sich zwar wenig interessiert, verständigte aber immerhin das Ordnungsamt, während wir versuchten, die Hunde bei uns zu halten, damit sie nicht auf die Straßen liefen. Nach einem erneuten Telefonat teilte das Ordnungsamt mit, dass sie vermuteten, woher die Hunde stammten. Sie würden die Besitzerin verständigen, wir sollten warten. Zwischenzeitlich hatte mein Ex in Erfahrung gebracht, wo die Hunde hingehörten. Direkt neben der Kirche sei ein Anwesen, in dem unzählige Hunde lebten.

Wir leinten die drei bei uns verbliebenen Ausbrecher an und gingen in Richtung des Hauses. Dort bot sich uns ein trauriges Bild. Hinter einem Zaun mit Sichtschutz bellten unzählige Hunde. Auch in einem Schuppen neben einem herunter gekommenen Haus waren Hunde. Wir blickten durch Löcher im Zaun und sahen, dass manche Tiere krank waren. Überall lagen Schlachtabfälle wie Rinderbeine und Hufe herum. Wir warteten knapp eine Stunde auf die Besitzerin, während wir die weiteren Hunde, die schon entlang der Bundesstraße gelaufen waren, bei uns behielten.

Schließlich kam eine junge Frau in einem alten Auto, in dem vier weitere Hunde bellten. Sie käme aus dem Tierheim in Troisdorf, wo sie als Trainerin arbeite, sagte sie, nahm die Hunde und brachte sie wieder in das umzäunte Gelände. Wir hakten nach, was das denn für Hunde seien und warum so viele und warum manche krank seien. Der Golden Retriever beispielsweise hinkte und hatte eine offene Wunde an der Pfote. Das sei Krebs und nicht zu behandeln. Die Tiere seien alle unter tierärztlicher Kontrolle. Schließlich erzählte sie, dass sie mit anderen zusammen einen Verein gegründet hatte, der sich um problematische Hunde kümmern sollte (ProtecTier.e.V.). Das seien Tiere, die durch Beiß- oder sonstige Vorfälle auffällig geworden seien und die ihre Besitzer abgegeben hätten. Als Tiertrainerin habe sie die Tiere resozialisieren solle, der Verein habe sich aber wegen finanziellen Unregelmäßigkeiten im vergangenen Jahr aufgelöst und zurück blieben 21 Hunde. Der Kreisveterinär sei eingeschaltet und habe sogar vorgeschlagen, manche der Tiere zu töten.

Wie einiges, was die junge Frau erzählte, erwies sich dies jedoch als falsch. Auch im Tierheim in Troisdorf war sie unbekannt. Der Kreisveterinär wusste zwar Bescheid, war aber nicht über das Ausmaß des Ganzen informiert. Nach meiner Kontaktaufnahme schickte er noch am selben Tag einen Mitarbeiter dahin, der anordnete, dass drei der Tiere sofort einem Tierarzt vorgestellt würden, was wohl auch geschehen ist. Der Kreisveterinär sagte zu, dass er das Ganze weiter im Blick haben wollte, konnte aber nicht weiter eingreifen, weil keine tierschutzrechtlichen Belange betroffen waren. Kleine Tierheime, die aber in vorliegenden Fall nicht weiterhelfen könnten, gebe es in Hachenburg, in Hamm/Sieg, in Montabaur und in Ransbach-Baumbach, größere erst in Koblenz, Andernach und Limburg.

„Die Unterbringung der Hunde im Tierheim, sofern man dort überhaupt Plätze bekommt, würde aber bedeuten, dass die Hunde sich erst einmal dort eingewöhnen müssten, was in Anbetracht der labilen Psyche einiger Hunde bereits ein Problem darstellen könnte“, sagte er. Hinzu komme die Schwierigkeit, die Tiere in geeignete Hände zu vermitteln, sodass einige sich absehbar zu Dauergästen entwickelten und dort Kapazitäten blockierten. Darum sollten die Tiere besser unmittelbar durch die Frau vermittelt werden, meinte er und sagte zu, die weitere Aufnahme von Hunden durch die Frau strikt unterbinden zu wollen. Aufgrund der Vielzahl der Tiere, die das Kreisveterinäramt selbst beschlagnahme und unterbringen müsse, gebe es derzeit keine Möglichkeit der anderweitigen Unterbringung.

Obwohl die Frau laut eigener Aussage die Tiere gerne abgeben würde und sich kooperativ zeigte, findet sich aber keiner, der sie nimmt. Sie selbst kann die Haltung langfristig vermutlich weder finanziell, noch praktisch weiter alleine stemmen. Meine Versuche zu helfen, in dem ich das öffentlich mache, scheiterten am Desinteresse der Medien. Gar nicht gemeldet hat sich die für den Westerwaldkreis zuständige Rheinzeitung, der WDR hat abgelehnt, der SWR hat sich nicht gemeldet und die Bild-Zeitung hat sich nach anfänglichem Interesse auch nicht mehr gemeldet. Für Spiegel-online sei es zu regional und Stern-TV interessierte sich nicht dafür. Lediglich das Dogs-Magazin nannte ein paar Namen, an die man sich wenden könnte, wollte die Geschichte aber nicht bringen, weil die Redaktion bis weit in das nächste Jahr schon die Themen geplant habe.

Das Traurige an der Geschichte ist, dass immer mehr Tiere aus dem Ausland nach Deutschland geholt werden, aber solche Tiere hier im Land keine Chance erhalten – sie fallen einfach durch das Raster. Leider weiß auch ich nicht, wie ich da weiter helfen kann und hoffe jetzt auf den Deutschen Tierschutzbund und Tierfreunde, die da helfen können.

Intuitiv – Emile und Bijou, die Scheidungskinder

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Intuition unterscheidet sich im Allgemeinen durch den Zeitfaktor von der Wahrnehmung durch die fünf herkömmlichen Sinne. Während es jeweils einige Sekundenbruchteile braucht, bis man einen äußeren Sinnesreiz mit dem Gehirn verarbeitet, entsteht die Intuition sofort und ohne Verzögerung. Dadurch ermöglicht der sechste Sinn schnelles Handeln und schützt somit vor mancher Gefahr.

Für Tiere soll der sechste Sinn sogar wie für uns der Seh-, Tast-, Geschmacks-, Hör- oder Geruchssinn sein. Dass sie Erdbeben und Naturkatastrophen vorausahnen können, ist kein Geheimnis. Auch viele Hundebesitzer berichten von der Intuition ihrer Tiere. Experimente haben das bestätigt. Gerade Hunde erspüren, wenn etwas für sie Wichtiges passiert. Bei einer engen Bindung spüren sie immer, wenn mit Frauchen oder Herrchen etwas nicht stimmt, sie traurig oder krank sind.

In einem Experiment wurde ein Hund bei einer Freundin gelassen, während seine Besitzerin mit einer Stoppuhr wegging. Der Hund lag ganz ruhig, solange sich sein Frauchen vom Haus weg bewegte. Sobald es aber den Rückweg einschlug, wurde er unruhig und ging Richtung Haustür. Das wurde mehrmals in Varianten wiederholt und jedes Mal spürte der Hund, wann sein Frauchen sich wieder dem Haus näherte – meistens waren das so zehn bis 15 Minuten vor der Rückkehr.

Auch Emile und Bijou bewiesen kürzlich in ihre Intuition, denn ein einschneidendes Erlebnis stand bevor. Mein Lebensgefährte und ich wollten uns trennen. Wir kamen aus dem Urlaub und ich lud meine Sachen ins Auto, um nach Hause zu fahren. Dabei geschah etwas Seltsames. Emile, der sonst immer sofort ins Auto springt, blieb draußen stehen, auch als Bijou nach Aufforderung ins Auto sprang. Das hatte es in der ganzen Zeit noch nicht gegeben. Der Grund: Wir hatten uns zuvor darüber geeinigt, dass Bijou bei mir bleiben sollte und Emile, der ja sein Hund ist, bei ihm. Mit traurigen Augen schaute Emile uns hinterher und verbrachte eine Nacht und einen Tag als Häufchen Elend.

Darum haben wir zwischenzeitlich die Entscheidung wieder revidiert. Emile kann einfach nicht ohne Bijou und wir haben eine Regelung getroffen, wie bei einem klassischen Scheidungskind. Die Hunde bleiben bei mir und mein Ex-Lebensgefährte holt sie ab und zu mal übers Wochenende ab. Ich bin mehr Zuhause, weil ich überwiegend von dort arbeite und außerdem sind sie bei mir in ihrer vertrauten Umgebung. Und wenn ich mal länger weg muss, kommen sie zu ihm.

Trotzdem merkt man insbesondere Emile die Trauer an. Er ist sehr anhänglich. Die beiden gewöhnen sich aber Tag für Tag mehr an die Situation. Ich denke, sie spüren intuitiv, dass sie uns trotzdem mit uns beiden zusammen sein können.